Poppate-Blog – No 6

// 25. Sep 2012 //

Classical:Next, was ist das Nächste!
Kaum war die Idee geboren, die neue Klassik und Zeitgenössische Musik Musikmesse „Classical:Next“ von München nach Wien zu holen, schon war es auch passiert. Wien stach die Mitbewerber Brüssel, Luzern und München aus und bekam den Zuschlag! Ausschlaggebend war neben den örtlichen Organisatoren, den sogenannten 3 Musketieren Frank Stahmer, Heinrich Schläfer und myself, natürlich auch das Image der Klassik und Musikhauptstadt Wien, aber auch die zentrale Lage des Veranstaltungsortes MAK und den in unmittelbarer Nähe positionierten Locations, in denen die Filmvorführungen des IMZ und die internationalen Showcases stattfinden sollen. Dieses „all in walking distance“ Konzept ist bei der MIDEM in Cannes, aber auch beim Reeperbahnfestival in Hamburg schlagend. Man trifft alle 10 Meter einen Kollegen, kann ohne viel Terminvereinbarung Informationen austauschen oder sich kurzfristig einen neuen Termin ausmachen, um länger über die Zukunft oder neue Ideen zu sprechen. Aber nicht nur Image und Location von Wien trugen dazu bei, schon nach der ersten Folge von München wegzuziehen, auch die mittelfristigen Möglichkeiten der Entwicklungen in Standflächen und Delegates-Anzahl sprachen eindeutig für Wien. Wien als Musik-Messestadt ist ein neuer Trend, zuerst das auf den Osten Europas ausgerichtete Waves und jetzt die Classical:Next, wer weiß „Was is next?“ Aber kann Musik überhaupt noch ein Geschäft sein? Beim B2B Musik-Tourismus auf jeden Fall. Sei es die MIDEM mit fast 7.000 zahlenden, internationalen Besuchern, bei der Berlin Music Week sollen es sogar 2.000 gewesen sein oder im Mai bei der Classical:Next mit 700 Fachbesuchern (in Wien 2013 werden 1.000 erwartet). Aber nicht nur die Hotel- bzw. Restaurantkasse klingelt, sondern auch der Wert des Image- und PR-Effekts für die jeweilige Stadt ist kaum messbar, aber in jedem Fall unbezahlbar. Dass solche internationalen Musikmessen für das jeweilige Land auch für die lokale Musikszene Vorteile haben ist unumstritten. Man kann sich mit internationalen Größen matchen, Vergleiche ziehen und selber Verbesserungen anstreben. Das gilt nicht nur für die B2B Firmen und Organisationen, sondern auch für die KünstlerInnen aus Österreich. Dabei ist aber auch entscheidend, dass diese Vergleiche auch gewünscht sind, denn im eigenen Sud liegt man halt besser und bequemer, als wenn man in fremden Gewässern schwimmen muss. Wenn man schon diese Vergleiche sucht, dann doch am Besten mit den Besten. Ein durchgängiges Konzept im Musik-Export ist, dass zum Beispiel fünf Bands / KünstlerInnen bei lokalen Events in die „internationale Auslage“ gestellt werden, die dann die österreichischen Fahnen auch international bei Festivals, Messen oder Showcase Events vertreten und bei Olympia oder Kulturhauptstadt Konzerten auftreten. Das wäre so rasch wie möglich umzusetzen. Dabei muss aber die musikalische Ausrichtung Nebensache sein, gefragt sind Entertainment- und Bühnenerfahrung, internationale Kontakte des Managements, des Verlags und/oder der Plattenfirma, dann macht das ganze Sinn und kann nach drei bis fünf Jahren zum internationalen Erfolg führen. Dann stellt sich bald gar nicht mehr die Frage „Was ist das Nächste?“

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